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Versichertenbefragung: Zentrale Terminvergabe ist auch keine Lösung

Berlin, 30. Juli 2014 - „Die Politik sollte Abstand von den geplanten Terminservicestellen nehmen, da sich weder Ärzte noch Patienten davon eine Verkürzung von Wartezeiten, so sie denn bestehen, versprechen.“ Dies erklärt der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Dirk Heinrich, in Bezug auf die heute veröffentlichte Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Servicemitarbeiterinnen bei der Beratung - "Zentrale Terminvergabestellen können als Steuerungsinstrument nicht funktionieren." (© Yuri Arcurs - Fotolia)

„Zentrale Terminvergabestellen können als Steuerungsinstrument nicht funktionieren, wenn 72 Prozent der Befragten nicht irgendeinen Termin bei irgendeinem Arzt wollen, sondern einen Wunschtermin beim Arzt ihres Vertrauens bevorzugen. Dies zeigt, welch hohes Gut die freie Arztwahl in unserem Gesundheitswesen darstellt.“

„Die aktuellen Wartezeiten scheinen die Patienten weniger zu stören, werden aber von der Politik zu einem Problem hochstilisiert“, so Dr. Heinrich. Die meisten Patienten (81 Prozent) empfinden die Wartezeiten als angemessen, so das Ergebnis der Studie. Schließlich sind viele Arztbesuche, z. B. Vorsorge- oder Kontrolluntersuchungen bei chronisch Kranken, langfristig planbar. Die Befragung hat zudem gezeigt, dass zwei Drittel der Befragten ohne Überweisung direkt zum Facharzt gehen. „Wir haben es im deutschen Gesundheitswesen eben mit mündigen Patienten zu tun, die genau wissen zu welchem Arzt sie gehen wollen. Da muss man sich nicht wundern, wenn es in bestimmten Praxen keine kurzfristigen Termine gibt“, betont der Bundesvorsitzende.

Der Studie zufolge wünschen sich 82 Prozent der Versicherten die Möglichkeit, Termine über die Homepage ihres Arztes buchen zu können. „Die Patienten bevorzugen den direkten Kontakt zur Arztpraxis. Hier müssen wir Ärzte uns an die eigene Nase fassen und die technischen Möglichkeiten besser im Sinne unserer Patienten nutzen. Dazu braucht es aber keine Anweisung von oben“, ist Dr. Heinrich überzeugt. 

Erfreut zeigt sich der Bundesvorsitzende über die gute Arztbewertung der Befragten. So bezeichneten 92 Prozent sowohl das Vertrauensverhältnis als auch die Fachkompetenz ihres Arztes als „gut“ oder „sehr gut“. „Solche positiven Ergebnisse wird kein Arzt mehr erzielen, wenn ihm die Patienten von zentraler Stelle aus zugewiesen werden“, befürchtet der NAV-Vorsitzende.

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