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Terminvergabe: Problem sind nicht Ärzte Kassen blockieren innovative Verträge

Berlin, 05. September 2011 - „Die Verbesserung von Facharztüberweisungen und Terminvergaben lässt sich nicht durch Strafen lösen, sondern nur durch Anreize.“ Dies entgegnet der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Dirk Heinrich, auf die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), überlange Wartezeiten bei Fachärzten durch ambulante Behandlungen in Krankenhäusern abzukürzen. Die Kosten dafür, heißt es aus dem BMG, sollten von den Kassenärztlichen Vereinigungen getragen werden.

Kürze Wartezeiten per Zwangsüberweisung ins Krankenhaus: BMG-Pläne stoßen auf Kritik

„Den Kassen müssen endlich Anreize gegeben werden, Verträge mit Ärzten abzuschließen, die das Versorgungsmanagement besser regeln“, fordert Dr. Heinrich. Gute Beispiele dafür gebe es genug: Viele Krankenkassen hätten mittlerweile solche Verträge zur Integrierten Versorgung (IV) geschlossen. „In vernetzten Strukturen, wie Ärztenetzen und regionalen Gesundheitsverbünden“, verdeutlicht der Bundesvorsitzende, „funktioniert die direkte Überweisung vom Haus- zum Facharzt ohne lange Wartezeiten. Zudem helfen IV-Verträge, durch intelligente Versorgungssteuerung die Kosten zu begrenzen.“ Obwohl Integrationsverträge wirtschaftlich für die Kassen interessant seien, nutzten zu wenige dieses Instrument. Zum einen, weil in vielen Kassenzentralen das alte Denken vorherrsche, zum anderen, weil oftmals das Know-how für die Gestaltung und Verhandlung fehle, moniert Dr. Heinrich. „Hier müssen die Kassen investieren, um eine zukunftssichere und wirtschaftliche Versorgung sicherzustellen. Im Zweifel muss ewiggestrigen Kassen dann auch mit Sanktionen gedroht werden.“

Auch sonst enthalte der Ministervorschlag wenig zielführendes, sagt Dr. Heinrich: „Eine ambulante Behandlung in Krankenhäusern verteuert die Behandlung. Außerdem fehlen in den Kliniken die Kapazitäten dafür. An bundesdeutschen Krankenhäusern sind rund 12.000 Arztstellen unbesetzt.“

Im Übrigen sei die Diskussion über Wartezeiten bei Terminvergaben eine Scheindiskussion. „Neben den Auftragsgutachten der Krankenkassen gibt es im Gegenzug eine Handvoll anderer Gutachten, die zu völlig konträren Ergebnissen kommen.“ So klagten laut einer repräsentativen Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im vergangenen Jahr lediglich 8 Prozent aller Versicherten über zu lange Wartezeiten bei der Terminvergabe.

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