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Schiefe Rechnung - Niedergelassene Ärzte befremdet über KPMG-Studie

Berlin, 21. Januar 2014 - Mit „großem Befremden“ reagieren die niedergelassenen Ärzte auf die Diagnose der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, das deutsche Gesundheitswesen sei im internationalen Vergleich nur mittelmäßig und nicht effizient genug. „Die Herren Berater in Nadelstreifen verkaufen alten Wein in neuen Schläuchen und reduzieren das deutsche Gesundheitswesen auf eine reine Kosten-Nutzen-Rechnung“, kritisiert der Bundesvorsitzende des
NAV-Virchow-Bundes, Dr. Dirk Heinrich.

Dabei jonglierten sie zudem mit den falschen Parametern, wenn sie behaupten, die Gesundheitsausgaben seien im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) gestiegen, so Dr. Heinrich weiter. „Diese Berechnung enthält alle privaten Gesundheitsausgaben, also beispielsweise auch Wellness und Nahrungsergänzung. Die Wahrheit ist: Der Anteil der GKV-Ausgaben am BIP ist von 1995 (6,70 Prozent) bis 2011 (6,46 Prozent) sogar gefallen. Trotzdem hat Deutschland heute den umfangreichsten Leistungskatalog.“

Gerne verweisen die Wirtschaftsprüfer auf die vermeintlich besseren nordischen Länder, lassen dabei außer Betracht, dass es dort teils erheblich längere Wartezeiten und bereits erste Ansätze von Rationierung medizinischer Leistungen gebe, ergänzt Dr. Heinrich. Deutschland habe im OECD-Vergleich hingegen zusammen mit der Schweiz die niedrigsten Wartezeiten bei Facharztüberweisungen und bei Operationsterminen im Krankenhaus.

„Die Absichten der Controller aus den Lackschuh-Abteilungen sind nur allzu durchsichtig. Sie wollen mit ihrer vermeintlichen Expertise das deutsche Gesundheitswesen und seine Beteiligten so lange betriebswirtschaftlich beraten, bis der Patient eine Kostenstelle, der Arzt ein qualitätsgesicherter Effizienzproduzent und die Krankenhäuser private Profit-Center sind, die nur noch dem Shareholder-Value dienen. Die KPMG entwirft ein Gesundheitssystem am neoliberalen Reißbrett; unser Gesundheitswesen sieht anders aus“, erklärt der Bundesvorsitzende.

Die KPMG ist ein globales Netzwerk rechtlich selbstständiger und unabhängiger Unternehmen mit Sitz in Zug (Schweiz) und erwirtschaftet einen weltweiten Umsatz von rund 23 Mrd. Dollar. Neben dem Beratergeschäft investiert KPMG unter anderem in telemedizinische Angebote und Datenanalyse-Systeme im Gesundheitsbereich.

Der NAV-Virchow-Bund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

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