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Aktuelles

Reform der Psychotherapeutenausbildung muss zu eigenständiger KV führen

20. Mai 2019 - Anlässlich der anstehenden Reform der Psychotherapeutenausbildung erklärt die Allianz deutscher Ärzteverbände:

Dr. Dirk Heinrich ist Bundesvorsitzender des NAV-Virchow-Bundes und derzeitiger Sprecher der Allianz deutscher Ärzteverbände.
Foto: (c) Andreas Schölzel

„Die Weiterentwicklung der psychologisch-psychotherapeutischen Ausbildung etabliert mit zwei psychologischen Studiengängen einen neuen approbierten Heilberuf, der kein wissenschaftlich anerkanntes Psychotherapie-Verfahren anwenden kann. Die auf dieser Basis entstehenden Fachgebiete sollen kammerautonom entwickelt werden. Die Weiterbildung soll in Teilen über die Kassenärztlichen Vereinigungen finanziert werden. Wenn der Gesetzgeber schon einen solchen neuen, approbierten psychologischen Heilberuf und die Basis für ein neues psychologisches Versorgungssystem neben und in Teilen konkurrierend mit dem ärztlich-medizinischen Versorgungssystem schafft, muss er das auch mit allen Konsequenzen tun. Das heißt er muss eigenständige Kassen-Psychologisch-Psychotherapeutische Vereinigungen formen und die psychologischen Psychotherapeuten aus dem bisherigen System der KVen entlassen“, erklärt der Sprecher der Allianz deutscher Ärzteverbände, Dr. Dirk Heinrich.

Psychotherapie ist weder ein Fach, noch ein Gebiet. Ärzte, Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten wenden die gleichen Verfahren der Richtlinienpsychotherapie an, ausschließlich als Behandlungsweise, also beschränkt auf Therapie. Diese Einheit rechtfertigt bis heute, weshalb die Kassenärztlichen Vereinigungen auch für nicht-ärztliche Psychotherapeuten geöffnet wurden.

Mit dem aktuellen Gesetzesentwurf wird aber ein von der Ärzteschaft abgespaltener Heilberuf etabliert und damit logischerweise auch eine eigene Kassen-Psychologisch-Psychotherapeutische Vereinigung nötig.

„Rosinenpickerei auf Kosten der Patienten und Ärzte können wir nicht tolerieren“, sagt Dr. Dirk Heinrich, Sprecher der Allianz. „Laut den aktuellen Vorstellungen und Forderungen der Kammer sollen niedergelassene Ärzte Weiterbildungen der Psychologischen Psychotherapeuten zahlen, die ihnen selbst nicht offenstehen. Gleichzeitig wird aber die Zuständigkeit für alles Psychische, Psychosomatische und sogar auch für die physische Gesundheit reklamiert.“

Ärzte mit einer Weiterbildung zum Psychotherapeuten sorgen dafür, dass hilfesuchende Patienten in ihrer Ganzheit von Körper und Geist betrachtet werden. Nicht jedem Patienten mit einer psychischen oder psychosomatischen Störung ist mit einer Psychotherapie geholfen. Körperliche Erkrankungen mit psychischen Folgestörungen können nur von Ärzten diagnostiziert und angemessen therapiert werden.

Im Sinne der Patienten muss klar zwischen ärztlichen und nicht-ärztlichen Psychotherapeuten unterschieden werden. Letztere können als „Psychologische Psychotherapeuten“ bezeichnet werden. Es wäre fatal, die Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ verallgemeinernd für Heilberufler sehr unterschiedlicher Qualifikationsniveaus einzuführen – besonders, da Absolventen des geplanten neuen Studiengangs die Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ erhalten sollen, ohne umfassende praktische Erfahrung in Psychotherapie zu besitzen.

Die Allianz deutscher Ärzteverbände ist der Zusammenschluss der größten, bundesweit tätigen und fachübergreifenden Verbände und besteht aus

  • Berufsverband deutscher Internisten (BDI),
  • Gemeinschaft fachärztlicher Berufsverbände (GFB),
  • Hartmannbund – Verband der Ärzte Deutschlands,
  • MEDI GENO Deutschland,
  • NAV-Virchow-Bund, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, und
  • Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa).

 

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