Landesgruppen Baden-Württemberg Bayern Saarland Rheinland-Pfalz Hessen Nordrhein Westfalen-Lippe Niedersachsen / Bremen Hamburg Schleswig-Holstein Mitteldeutschland Mitteldeutschland Mitteldeutschland Mecklenburg-Vorpommern Berlin/Brandenburg

HPV-Impfung für Jungen wird Kassenleistung

(c) luiscarceller - Fotolia

Die Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) wird zukünftig auch für Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren Kassenleistung. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss beschlossen und die Schutzimpfungs-Richtlinie entsprechend geändert. Der Beschluss tritt voraussichtlich im Dezember in Kraft.

Die Impfung schützt vor einer Infektion mit Humanen Papillomviren , die Krebserkrankungen auslösen können. Eine Immunisierung sollte vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen.

Wie bei der HPV-Impfung für Mädchen sind im Alter von neun bis 14 Jahren zwei Impfungen im Abstand von mindestens fünf Monaten notwendig. Sollte die erste HPV-Impfung im Alter von 15 Jahren oder älter verabreicht werden, sind insgesamt drei Impfungen erforderlich. Eine Nachholimpfung sollte bis zum Alter von 17 Jahren erfolgen. Ziel der HPV-Impfung von Mädchen und Jungen ist die Verringerung von durch HP-Viren hervorgerufenen Tumoren.

Mit der Änderung der Schutzimpfungs-Richtlinie setzt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) um. Diese hatte sich im Juni für die Standardimpfung gegen HPV auch für Jungen im Alter von neun bis 14 Jahren ausgesprochen. Für Mädchen in diesem Alter ist die HPV-Impfung bereits seit Juli 2007 eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Nach Angaben der STIKO beträgt die Durchimpfungsquote bei Mädchen derzeit etwa 45 Prozent. Eine Erweiterung der HPV-Impfung auf Jungen soll die Impfraten insgesamt erhöhen. Für die Impfung bieten sich insbesondere die U11-Vorsorgeuntersuchung (neun bis zehn Jahre) sowie die J1-Vorsorgeuntersuchung (zwölf bis 14 Jahre) an.

Das Bundesgesundheitsministerium als Rechtsaufsicht muss den Beschluss des G-BA nun routinemäßig prüfen. Vorbehaltlich der Nichtbeanstandung tritt der Beschluss am Tag nach der Bekanntgabe im Bundesanzeiger in Kraft. Das wird voraussichtlich im Dezember sein. Bis dahin bleibt die HPV-Impfung für Jungen eine freiwillige Leistung der Krankenkassen.

Weiterführende Informationen finden Sie hier.