Landesgruppen Baden-Württemberg Bayern Saarland Rheinland-Pfalz Hessen Nordrhein Westfalen-Lippe Niedersachsen / Bremen Hamburg Schleswig-Holstein Mitteldeutschland Mitteldeutschland Mitteldeutschland Mecklenburg-Vorpommern Berlin/Brandenburg

Aktuelles

Nobelpreisträger als Publikumsmagnet

Schwerin, 20. Juni 2017 - Der Nobelpreisträger Prof. Dr. Harald zur Hausen verbindet mit der Stadt Schwerin eine besondere Erinnerung: Am 9. November 1989 war der Wissenschaftler aus Heidelberg in die DDR gereist, um an einem Kongress in der heutigen Landeshauptstadt teilzunehmen. Dort erlebte er die Nacht des Mauerfalls. Jetzt kehrte er zurück nach Schwerin, um sich in das Goldene Buch der Stadt einzutragen und als Gastreferent an der gemeinsamen Hauptversammlung der Landesverbände Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein von NAV-Virchow-Bund und Hartmannbund teilzunehmen.

Nobelpreisträger Prof. Dr. Harald zur Hausen

Der schleswig-holsteinische Landesgruppenchef Matthias Seusing zeigte sich begeistert, dass die Verbände zusammen eine so hochkarätig besetzte Veranstaltung auf die Beine gestellt haben. Rund 80 Teilnehmer lauschten zur Hausens Leitreferat mit dem etwas sperrigen Titel „Bakterielle Plasmid-Derivate – ein neues Spektrum von Zoonosen“. Dahinter verbirgt sich jedoch ein spannendes Forschungsgebiet, dass der Nobelpreisträger dem Publikum sehr plastisch erläutern konnte.

Krebs durch Fleisch- und Milchverzehr?

Der Forscher geht mit seiner Arbeitsgruppe am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg vor allem der Frage nach, welche Rolle Viren bei der Entstehung von Dickdarm- und Brustkrebs spielen. Epidemiologischen Studien zufolge häuften sich diese Krebsarten in bestimmten Arealen der Welt, erklärte der 81-Jährige. Dabei hätten sich geographische Überschneidungen gezeigt: So sei die Rate an Krebserkrankungen von Dickdarm und Brust in Nordamerika und Europa vergleichsweise hoch, in einigen asiatischen Ländern dagegen niedrig. Für Harald zur Hausen lag es nahe, eine Verbindung zwischen diesen Beobachtungen und dem regional unterschiedlichen Verzehr von Rindfleisch und Milchprodukten herzustellen. Seiner Hypothese zufolge werden viral infizierte Rinder und die aus ihnen gewonnenen Milchprodukte zum Krebsfaktor. Noch konnte diese Annahme nicht eindeutig belegt werden, doch zur Hausen und sein Forscherteam arbeiten mit Hochdruck an weiteren Erkenntnissen.

Impfpflicht „von der Sache her richtig“

Der Nobelpreisträger brachte sich auch aktiv in die anschließende Podiumsdiskussion zum Thema „Prävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ ein. Als Entdecker der HPV-Impfung (siehe unten) sprach er sich vehement für das Impfen aus. Selbst eine Impfpflicht sei von der Sache her richtig, sagte er in Schwerin. Als Skandal bezeichnete es zur Hausen, dass es trotz Impfmöglichkeiten in Deutschland noch Masern gebe – sogar mit Todesfällen. Mit ihm diskutierten u.a. der mecklenburgische Gesundheitsminister Harry Glawe, der Bundestagsabgeordnete Dietrich Monstadt sowie die Leiterin der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern der Techniker Krankenkasse, Manon Austenat-Wied. Neben dem Impfen sprachen die Diskutanten über die Präventionslage in Deutschland allgemein, die Definition von Prävention und die Finanzierung von Maßnahmen.

Zur Person:

Prof. Dr. Harald zur Hausen forschte zur Entstehung von Krebsarten aus Virusinfektionen. 2008 wurde er mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, weil er den Zusammenhang von Viren und Gebärmutterhalskrebs nachweisen konnte. Die Entdeckung des Auslösers der bei Frauen dritthäufigsten Krebserkrankung eröffnete neue Perspektiven der Vorbeugung und Behandlung und führte letztlich zur Entwicklung von HPV-Impfstoffen, die seit 2006 verfügbar sind.

Der NAV-Virchow-Bund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

NAV-Virchow-Bund
Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V.
Leiter der Pressestelle: Klaus Greppmeir
Pressereferenten: Julia Bathelt, Thomas Hahn
Chausseestraße 119b
10115 Berlin
Fon: (0 30) 28 87 74 - 0
Fax: (0 30) 28 87 74 - 1 15
E-Mail: presse@nav-virchowbund.de
Web: www.nav-virchowbund.de

Ansprechpartner

Klaus Greppmeir
Hauptgeschäftsführer
Leiter der Pressestelle

Chausseestraße 119b
10115 Berlin
Fon: 030/288774-0
Fax: 030/288774-113
E-Mail: klaus.greppmeir@nav-virchowbund.de