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NAV-Virchow-Bund trauert um Siegmund Kalinski

Berlin, 16. Dezember 2015 - Der NAV-Virchow-Bund trauert um Siegmund Kalinski, der am 10. Dezember 2015 im Alter von 88 Jahren verstorben ist. Kalinski war seit 1969 Mitglied des NAV-Virchow-Bundes und war unter anderem Beisitzer im Landesvorstand Hessen und Beisitzer der Bezirksgruppe Frankfurt-Darmstadt. Im Jahre 2009 verlieh ihm der Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands die Kaspar-Roos-Medaille für seine Verdienste um die niedergelassene Ärzteschaft.

Dr. Siegmund Kalinski verstarb im Alter von 88 Jahren. (© Lopata/axentis)

Dr. Siegmund Kalinski wurde am 21. März 1927 in Krakau geboren und wegen seiner jüdischen Herkunft 1942 von deutschen Soldaten in das Konzentrationslager Szebnie in Südpolen und 1943 nach Auschwitz verschleppt. Er nahm bei Kriegsende an den Todesmärschen teil, ihm gelang jedoch die Flucht in von den Alliierten kontrolliertes Gebiet. Im Alter von 18 Jahren kehrte Kalinski in seine polnische Heimat zurück und legte in Krakau die Abiturprüfung ab. Anschließend begann er ein Medizinstudium, das er sich unter anderem als freier Journalist selbst finanzierte.

Nach dem Examen 1954 war er als Krankenhaus- und Werksarzt in Kattowitz und als Schiffsarzt auf einem polnischen Handelsschiff tätig. Dr. Siegmund Kalinski entschloss sich 1963 zur Flucht in den Westen. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Wien kam er 1965 schließlich nach Deutschland, wo er als Krankenhausarzt arbeitete, promovierte und eingebürgert wurde. 1968 ließ er sich als praktischer Arzt in Frankfurt am Main nieder, wo er bis zu seinem Tode lebte.

Dr. Siegmund Kalinski pflegte neben seiner ärztlichen auch immer die journalistische Tätigkeit und hatte mehr als zwanzig Jahren eine eigene Kolumne in der Ärzte Zeitung. Unter dem Pseudonym „Ironius“ legte er gern den Finger in die Wunde und beschrieb scharfzüngig und mit Humor die Missstände im deutschen Gesundheitswesen.

„Wir verlieren einen engagierten Arzt, einen unbestechlichen Journalisten und einen wunderbaren Menschen. Er lebte die Versöhnung aus seiner eigenen Geschichte heraus, war ein begnadeter Integrator und ein hintergründiger Kommentator des deutschen Gesundheitswesens. Seine Meinung und sein Rat werden uns sehr fehlen“, würdigt der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Dirk Heinrich, den Verstorbenen.

Für sein Lebenswerk wurde Dr. Siegmund Kalinski bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Verdienstkreuz Erster Klasse, dem Verdienstkreuz am Bande und der Paracelsus-Medaille der deutschen Ärzteschaft. Sein vielfältiges und unermüdliches Engagement galt nicht nur der ärztlichen Berufspolitik, sondern auch der Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen, der Aufarbeitung des Holocausts, der deutsch-polnischen Verständigung sowie dem Wiederaufbau Deutschlands.

Der NAV-Virchow-Bund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

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