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Nach der Wartezeiten-Debatte – Saarländischer Landesgruppen-Chef trifft SPD-Vize Ferner

Saarbrücken, 27. Mai 2011 - Die Schlagzeile hatte es in sich: „SPD will Strafen für lange Wartezeiten beim Arzt“. Was die Sozialdemokraten hier unter Strafe verstanden, ließ ebenso kaum ein Beitrag aus. Mit 25.000 Euro oder Zulassungsentzug sollten die Mediziner zur Räson gebracht werden, die Privatpatienten in ihren Praxen bevorzugten, forderten SPD-Fraktionsvize Elke Ferner sowie Gesundheitsexperte Prof. Karl Lauterbach munter.

SPD-Vize Elke Ferner und Landesgruppenchef Dr. Rauber

Wie derartige Verstöße zu ermitteln seien, schob das Duo gleich hinterher. Ausgewählte Krankenkassen sollten die Lizenz zur verdeckten Kontrolle, beispielsweise durch fingierte Testanrufe in den Praxen, erhalten. Die Reaktionen aus den Reihen der Ärzteschaft ließen nicht lange auf sich warten. Einhellig lehnten die Standesvertreter den SPD-Vorstoß ab. Die Kommentare reichten von „Kontrollverlust“ bis „Amoklauf“, die, der ärztlichen Basis waren weit drastischer.

Statt die Versorgung zu verbessern, schien die Debatte die Fronten nur verhärtet zu haben. Konfrontation statt Kommunikation. Die SPD ruderte denn auch, weit weniger von der Öffentlichkeit beachtet, bald zurück. Der Gesetzentwurf wurde fallengelassen. War die Sozialdemokratie damit als seriöser Ansprechpartner in Sachen Gesundheitspolitik gestorben? Dr. Nikolaus Rauber, Vorsitzender der Landesgruppe Saarland, machte den Selbstversuch und folgte der Gesprächseinladung Elke Ferners, die nicht nur SPD-Vorstandsmitglied ist, sondern auch ihren Wahlkreis in Saarbrücken hat.

Dr. Rauber forderte vor allem einen ehrlichen Umgang mit den Versorgungsproblemen und den Verzicht auf populistischen Parolen im Superwahljahr 2011. Wichtig sei, die Situation in den Praxen zunächst genau zu beleuchten. Der Landesgruppen-Chef wies dafür auf die hohe Arbeitsbelastung der deutschen Ärzte hin, wie sie internationale Vergleichsstudien zum Gesundheitswesen belegten. Während ein Arzt zwischen Ostsee und Alpen im Jahr 2009 durchschnittlich 242 Patienten pro Woche behandelt habe, läge die Zahl für seinen schwedischen Kollegen bei gerade 53. Auch sei die ärztliche Wochenarbeitszeit in der Bundesrepublik mit etwa 50 Stunden im internationalen Vergleich verhältnismäßig hoch.

Insbesondere der sich immer deutlicher abzeichnende Ärztemangel sei neben der zunehmenden Altersmorbidität und den häufigen Patientenkontakten ursächlich für die Wartezeit bei der Terminvergabe, verdeutlichte Rauber im Gespräch mit der SPD-Vize. Niemals, so der saarländische Nervenarzt, würden darüber hinaus Notfälle, die in der Praxis erschienen, abgewiesen. Dr. Rauber mahnte mit Blick auf die überhitzt geführte Wartezeiten-Debatte zur Besinnung auf einen konstruktiven Dialog. Übervolle Wartezimmer seien auch im Saarland Folge unbesetzter Kassensitze und einer zunehmenden Verunsicherung junger Kollegen, sich für die Niederlassung zu entscheiden. Insofern forderte Dr. Rauber stabile Rahmenbedingungen für die ärztliche Berufstätigkeit, die Abschaffung der Budgetierung und den Verzicht auf Regresse. Im Hinblick auf die Zukunft der Versorgung gehöre dazu auch eine offene Diskussion über die begrenzten Ressourcen bei einer immer teurer werdenden medizinischen Palette.

Der NAV-Virchow-Bund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

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