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Kritik am KV-System – Landesgruppe Berlin/Brandenburg mahnt Strukturreformen an

Berlin, 06. Oktober 2015 - Der Vorsitzende der Landesgruppe Berlin/Brandenburg des NAV-Virchow-Bundes, Dipl.-Med. Mathias Coordt, mahnt Strukturreformen innerhalb der Kassenärztlichen Vereinigungen an. „Die Ärzte müssen wieder als geschlossene Berufsgruppe wahrgenommen werden. Dazu bedarf es struktureller Änderungen in der ärztlichen Selbstverwaltung“, so der in Berlin niedergelassene Internist. Insbesondere müsse es darum gehen, eine echte Professionalisierung der Vorstände zu erreichen sowie die Vertreterversammlungen der KVen zu stärken.

In Sorge um die Selbstverwaltung - NAV-Landesgruppen-Chef Dipl.-Med. Matthias Coordt (© Pietschmann)

Auch weil sich KV-Vorstände zu oft nicht ausreichend von dem politischen Ehrenamt hin zu einer echten hauptamtlich verantwortlichen Tätigkeit entwickelt haben, sei es in jüngster Vergangenheit immer wieder zu schwerwiegenden Konflikten innerhalb des KV-Systems gekommen. Dies sei auch in der Gesetzgebung der vergangenen zehn Jahre begründet, erläutert der NAV-Landeschef. „Eine ausreichende Kontrolle der Vorstandstätigkeit im Falle eines Konfliktes zwischen Vorstand und VV ist nicht gewährleistet. KV funktioniert bei schönem Wetter, ein Tiefdruckgebiet lähmt das System.“ Die Gesetzgebung habe durch die Einführung der Hauptamtlichkeit der KV-Vorstände das gewachsene Gleichgewicht zwischen Vertreterversammlungen und Vorständen zerstört. „Der Rückblick lässt erkennen, dass die KVen zu oft nicht in der Lage waren, das Verhältnis zwischen VV und Vorstand neu auszutarieren.“

Die Aufgabenverteilung zwischen Vorstand und Vertreterversammlung müsse daher dringend konkretisiert und den Prinzipien einer guten Unternehmensführung angepasst werden. Coordt: „Müssen KV-Vorstände wirklich Ärzte oder Ärztinnen sein? Wären wir nicht klüger beraten, diesen Job in die Hände von Verwaltungsfachleuten, Juristen oder Betriebswirten zu legen?“ Ärztliche Aufgabe sei die Kontrolle der Tätigkeit dieser Vorstände durch die gewählten Vertreter. Dazu müsse aber die Position der Vertreterversammlungen im Sozialgesetzbuch deutlich gegenüber den Vorständen gestärkt werden.

Darüber hinaus, so Coordt weiter, müsse auch die Zusammensetzung der KBV-Vertreterversammlung auf den Prüfstand: „Gehören in die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung nicht ausschließlich aus den jeweiligen Vertreterversammlungen der Landes-KVen gewählte Ärztinnen und Ärzte?“ Hauptamtliche Mitarbeiter einer KV, wie es KV-Vorstände sind, sind nicht geeignet, in der KBV-VV den politischen Willen der Mitglieder der KV auszudrücken, so Coordt.

Der NAV-Virchow-Bund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

NAV-Virchow-Bund
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