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Kollektive Ärzteschelte: Populistische Exzesse blenden Ursachen aus

Berlin, 06. September 2011 - Als ein „Stück aus dem Tollhaus“ bezeichnet der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Dirk Heinrich, die derzeitige Diskussion um Wartezeiten bei Fachärzten, Strafzahlungen für Ärzte und angeblich zu geringe Arbeitszeiten von Ärzten. „Das sind inzwischen populistische Exzesse, die nichts mehr mit der Versorgungsrealität zu tun haben und die Ursachen völlig ausblenden“, so der Chef des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands. Er erklärt weiter:

Investitionstau und Personalabbau sind oftmals der Grund für überlange Wartezeiten in den Praxen (© Prodakszyn - fotolia.com)

„Kassen und Politik müssen sich mit den Ursachen auseinandersetzen und zur Sachpolitik zurückkehren. Fakt ist, dass deutsche Patienten im europäischen Vergleich den schnellsten und direktesten Zugang zu Haus- und Fachärzten haben. Dort, wo Wartezeiten bestehen, gibt es Gründe dafür:

Grund 1: In einigen Fachrichtungen gibt es zu wenige Ärzte. Der Ärztemangel schlägt hier bereits durch, auch wenn die heutige Bedarfsplanung mit ihren unzureichenden Mitteln und falschen Berechnungsgrundlagen eine so genannte Überversorgung feststellt.

Grund 2: Die bestehende Budgetierung ärztlicher Leistung macht die Behandlung ab einer bestimmten Patientenzahl unwirtschaftlich. Patienten werden dann, soweit es sich nicht um akute Untersuchungen handelt, ins nächste Quartal verschoben. Geschieht dies nicht, geht die Praxis auf kurz oder lang pleite und aus Wartezeiten werden Wartelisten.

Grund 3: Durch die jahrelange Budgetierung haben Investitionsstau und Personalabbau in den Praxen dazu geführt, dass sich die Kapazitäten reduziert haben. Als Folge des Auszehrens der Praxen, verringerter Gerätekapazität und fehlendem Personal können oftmals weniger Behandlungen durchgeführt werden.“

Die Diskussion wie sie von Kassen und Politik derzeit geführt werde, sei unverantwortlich und populistisch. Das Signal, das an die nachfolgende Arztgeneration gehe, sei fatal, kritisiert Dr. Heinrich: AOK & Co. vergrätzten die Ärzte, die morgen AOK-Patienten in der Stadt und auf dem Land versorgen sollen. Das sei einfach nur kurzsichtig und gewissenlos.

Der NAV-Virchow-Bund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

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