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Aktuelles

Gesundheitspolitischer Talk im Saarland

Saarbrücken, 28. Mai 2013 - Der saarländische Landesverband hat in Kooperation mit dem Hartmannbund eine Diskussionsreihe ins Leben gerufen. In unregelmäßiger Folge werden Gesundheitspolitiker, Vertreter der Krankenkassen und im Gesundheitssystem Verantwortung tragende Personen zu Diskussionsrunden eingeladen. Den Anfang machte der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion im Saarland, Tobias Hans.

v.l.: Dr. Thomas Geiß, Dr. Nikolaus Rauber, Tobias Hans

Tobias Hans wurde bei der Landtagswahl am 30. August 2009 im Wahlkreis Neunkirchen in den saarländischen Landtag gewählt. Im Zuge der vorgezogenen Neuwahl am 25. März 2010 konnte er sein Mandat bestätigen und rückte innerhalb der CDU-Landtagsfraktion zum parlamentarischen Geschäftsführer auf. In den Jahren 2006 und 2007 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter der CDU-Landtagsfraktion, von 2007 bis zu seiner Wahl in den saarländischen Landtag persönlicher Referent des saarländischen Gesundheitsministers Josef Hecken und später von dessen Nachfolger Gerhard Vigener. Seit der Wahl in den Landtag ist er gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion.

Unter der Moderation des Vorsitzenden der saarländischen Landesgruppe des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Nikolaus Rauber, und dem Landesvorsitzenden des Hartmannbundes, Dr. Grundmann, stellte Tobias Hans vor interessiertem Publikum die Schwerpunkte der gesundheitspolitischen Arbeit der saarländischen Landes-CDU dar. Da der saarländische Gesundheitsminister von der CDU-Landtagsfraktion gestellt werde, bestehe eine hohe Übereinstimmung zwischen dem gesundheitspolitischen Grundsatzprogramm im Wahljahr 2013 und dem gesundheitspolitischen Handeln auf Landes- und Bundesratsebene.

Der gesundheitspolitische Sprecher bekannte sich ohne Wenn und Aber zu der Freiberuflichkeit der Ärzte und zum Erhalt des dualen Systems der Krankenversicherung. Hans geht davon aus, dass bei einem möglichen Rückgang der Vollversorgungsversicherungen ein großer Wachstumsmarkt bestehe bezüglich privater Zusatzversicherungen bei einer zunehmenden Leistungsausgrenzung in der gesetzlichen Basisversorgung.

In der Diskussion wurden unterschiedliche Formen der Eigenbeteiligung der Patienten nach Abschaffung der im Jahr 2004 eingeführten Praxisgebühr zum Jahresbeginn 2013 diskutiert.

Tobias Hans betonte, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit künftig neue Elemente der Patientensteuerung erforderlich seien. Welche letztendlich zum Tragen kämen, hänge entscheidend von dem Ausgang der Bundestagswahl im September 2013 und den dann bestehenden Machtverhältnissen ab.

Bezüglich der Weiterbildung gab es eine vollkommene Übereinstimmung mit den anwesenden Ärzten, dass es erforderlich sei, neben der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin auch die fachärztliche Weiterbildung in der ambulanten Versorgung aufzubauen. Voraussetzung hierfür sei, ein Modell der Finanzierung zu entwickeln. Er versicherte, dass die saarländische Landesregierung an dem Bestand der hiesigen Universität festhalte. Auch sprach er sich für die baldige Besetzung des Lehrstuhls für Allgemeinmedizin an der Universität des Saarlandes in Homburg aus, um damit auch im Studium das Fach Allgemeinmedizin aufzuwerten.

Zum andern wurden Modelle diskutiert, das Zulassungsverfahren zum Medizinstudium zu reformieren. Die saarländische Situation stelle sich so dar, dass aufgrund des fehlenden persönlichen Auswahlverfahrens der hiesigen Universität die Zulassung ausschließlich über den Numerus Clausus erfolge. Es komme so dazu, dass saarländische Abiturienten, die an einer zentralen Abiturprüfung teilnehmen, gegenüber Abiturienten mancher anderer Bundesländer in der Zulassung benachteiligt würden, die dann aber nach Abschluss des Studiums ihre ärztliche Tätigkeit überwiegend außerhalb des Saarlandes ausübten. Insofern sprach er sich für eine Modifizierung der Zulassungskriterien aus, z. B. neben dem Notendurchschnitt auch das soziale Engagement, die Bereitschaft nach dem Studium im Saarland ärztlich tätig werden zu wollen, vorausgegangene berufliche Weiterbildung in einem Beruf des Gesundheitsweisens sowie die familiäre Sozialisation in Form von Ausübung sozialer Berufe im Elternhaus als Entscheidungskriterien heranzuziehen. Da das Saarland die Lehre finanziere, habe das Land ein Mitspracherecht auf die Vergabe der Studienplätze, das aber bisher seitens des Landes nicht wahrgenommen worden sei.

Seitens Dr. Rolshoven, einem Mitglied der saarländischen Ärztekammer, wurde darauf hingewiesen, dass von der hiesigen Kammer bereits der medizinischen Fakultät angeboten worden sei, ein qualifiziertes Auswahlverfahren für die Studienzulassung im Bereich der Humanmedizin zu übernehmen.

Mit Sorge wurde die zunehmende Anzahl der medizinischen Versorgungszentren an Krankenhäusern diskutiert, insbesondere dass sie in einem weit geringeren zeitlichen Umfang in der Patientenversorgung tätig seien, was zu einem erheblich gesteigerten Arbeitsaufwand in den Praxen der niedergelassenen freiberuflich tätigen Kollegen führe. Die Funktion der MVZ sieht Tobias Hans in der Übernahme der spezialärztlichen Versorgung, womit aber längerfristig Versorgungsdefizite in der Basisversorgung einhergingen.

Auch seitens der anwesenden Ärzte wurde die wachsende Anzahl der MVZ an Krankenhäusern kritisch gesehen, insbesondere im Hinblick auf die zunehmende Anzahl von Selbstzuweisungen innerhalb eines Krankenhauskonzerns und damit einer Gefährdung der freien Arztwahl der Patienten, besonders dann, wenn in ländlichen Regionen durch die Anbindung aller Fachärzte einer Fachgruppe in einem MVZ am Krankenhaus keine Wahlmöglichkeiten mehr beständen.

Nach weit über drei Stunden intensiven Gedankenaustausches vereinbarten die Teilnehmer, den gesundheitspolitischen Austausch fortzuführen.

Der NAV-Virchow-Bund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

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