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Fünf Euro für jeden Arztbesuch – Gesundheitsökonomen brauchen Mathe-Nachhilfe

Berlin, 13. April 2012 - Auf den Reformvorschlag der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie, zukünftig fünf Euro Praxisgebühr pro Arztbesuch zu erheben, entgegnet der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Dirk Heinrich: „Die Gesundheitsökonomen brauchen anscheinend Mathe-Nachhilfe. Bei drei bis vier Euro Verwaltungskosten pro Fall, bleibt von der Abgabe kaum etwas übrig." Damit würde ein System geschaffen, das in finanzieller Hinsicht fast ausschließlich um seiner selbst Willen bestünde. „Leidragende wären chronisch Kranke sowie niedergelassene Ärzte, die die vermeintliche Patientensteuerung zu finanzieren hätten." So erreiche man keine Entlastung im Gesundheitssystem, sondern lediglich eine Kostenverlagerung, prognostiziert Dr. Heinrich.

Besonders chronische Kranke würden unter fünf Euro für jeden Arztbesuch leiden. (© PhotoSG - Fotolia.com)

Weiterhin ließen die Wissenschaftler außer Acht, dass einkommensschwache Menschen, die nicht von der Zuzahlung befreit seien, wegen der Praxisgebühr später als nötig zum Arzt gingen. Dies sei nicht nur sozialpolitisch unvertretbar, sondern ziehe unkalkulierbare Folgekosten nach sich. Auch seien Zuzahlungen insgesamt der falsche Weg. So belegten zahlreiche Studien, dass ein kleiner Teil der Versicherten für den Großteil aller Arztkontakte verantwortlich sei. Hier handele es sich vor allem um Chroniker, deren Zuzahlungen sowieso gedeckelt seien und die den Arztbesuch nicht einfach weglassen könnten. Abgabeorientierte Steuerungsinstrumente griffen daher in der Regel ins Leere.

„Was wir brauchen ist vor allem der konsequente Bürokratieabbau in den Praxen und keine Neuschöpfung fehlgeschlagener Steuerungsinstrumente. Gibt es zum Schluss nicht ausreichend junge Ärzte, die trotz des kontinuierlich steigenden Verwaltungsaufwands bereit sind, in die eigene Niederlassung zu gehen, verlagert sich die Versorgung in den kostenintensiven stationären Bereich oder wird in unterversorgten Regionen schlicht unerreichbar." Die Wissenschaft tue daher gut daran, sich nicht auf Rechenspiele im Elfenbeinturm zu beschränken, sondern die Probleme der ambulanten Versorgung in der Praxis und in ganzer Breite zu erforschen, mahnt der Bundesvorsitzende.

Mit Blick auf die Debatte über die Zehn-Euro-Abgabe erneuert der Vorsitzende die Forderung, die Praxisgebühr gänzlich abzuschaffen: „Die Zuzahlung in ihrer jetzigen Form hat nur einen Grund. Auf dem Rücken der Ärzte und zum Leidwesen der Patienten sorgt sie für Zusatzeinnahmen der Krankenkassen. Es wird höchste Zeit, diesen Irrsinn zu beenden."

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