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Aktuelles

"Erst Regulierung und Budgetierung haben den Ärztemangel ausgelöst."

Berlin, 19. Februar 2014 - Auch in den vor uns liegenden Monaten wird es viele Entscheidungen und Ereignisse geben, die unser berufliches Leben beeinflussen und verändern werden. In den vergangenen Jahren haben wir sicher mehrheitlich mit der zunehmenden Regulierung und Budgetierung unserer Arbeit schlechte Erfahrungen gemacht. Ob es gelingt, 2014 ein paar Ausrufezeichen in die entgegengesetzte Richtung zu senden? Wir als Landesgruppe werden dies versuchen.

"Der Fleißige wird bestraft." - Dipl.-Med. Mathias Coordt, stellvertretender Landesgruppenvorsitzender Berlin/Brandenburg

2013 war ein Jahr, in dem für viele spürbar war, wie schwer es geworden ist, Praxisnachfolger zu finden. Zugleich ist deutlich geworden, wie viel Fahrt der Zug in Richtung auf eine angestellte Medizin im ambulanten Gesundheitswesen bereits aufgenommen hat. Die Freie Niederlassung eines Arztes in eigener Praxis, vielleicht auch mit Kollegen in einer Gemeinschaftspraxis, gerät zunehmend in den Hintergrund.

Die Weichenstellungen hierfür liegen lange zurück, in den Jahren 1992 und 1993, als der damalige CSU-Gesundheitsminister Horst Seehofer zusammen mit Rudolf Dreßler von der SPD in einer vorweggenommenen großen Koalition die Regulierung und Budgetierung unserer Arbeit erzwang. Damals wollte die Politik die sogenannte Ärzteschwemme bekämpfen. Das ist ihr so gut gelungen, dass schon zehn Jahre später eine Gesundheitsministerin namens Ulla Schmidt den Ärztemangel ausrufen konnte.

Jetzt sollte dieser bekämpft werden. Allerdings nicht durch Rücknahme der Regulierungen sondern durch sogenannte Erleichterungen der ärztlichen Tätigkeit. Anstellungen, Job-Sharing, Teilzeitarbeit waren damals die Schlagworte, MVZ wurden gegründet und zugelassen. Vieles hat sich seitdem verändert, zwei Dinge nicht: Wir sprechen weiter von einem Mangel an gut ausgebildeten, motivierten Ärzten und die Regulierung und Budgetierung hat eher zugenommen, als dass sie abgebaut wurde. Offenbar kommt in der Politik niemand auf den Gedanken, dass hierbei ein Zusammenhang besteht. Erst Regulierung und Budgetierung hat den Mangel ausgelöst, wenn sie nicht abgeschafft werden, wird der Mangel bestehen bleiben. Anstatt diesen Zusammenhang zuzugeben und ihn aufzuheben, verfährt die Politik nach dem Stil: Wir haben in den letzten Jahren das Richtige nur noch nicht weitgehend genug getan. Daher sollen MVZ-Zulassungen weiter erleichtert werden, Kommunen sollen MVZ gründen dürfen, maximale Wartezeiten werden vorgegeben und vieles mehr.

Behandelt eine Praxis mehr Patienten als ihr im RLV zugestanden wurde, wird diese Arbeit nicht bezahlt, der Fleißige wird bestraft. Anstatt für seine Arbeit belohnt zu werden, wird er des Betruges und der Abzockerei seiner Patienten verdächtigt. Wen wundert es, dass Motivation nachlässt, dass Wartezeiten länger werden?

Wir, als NAV-Virchow-Bund, werden Vorschläge erarbeiten, wie dies geändert werden kann.

Die Berufspolitik ist in den letzten Jahren zunehmend von den Verbänden einzelner Fachgruppen dominiert worden. Die Notwendigkeit einer gemeinsamen Interessenvertretung für alle Ärzte ist dabei in den Hintergrund getreten. Dies ist keine gute Entwicklung für die Vertretung unserer gemeinsamen Interessen.

Das Ziel unserer Landesgruppe bleibt die Vertretung aller niedergelassenen Ärzte in Berlin und Brandenburg. Wenn wir uns gegen die zunehmende Regulierung unserer Tätigkeit wenden wollen, brauchen wir Ihre Unterstützung, Ihre Mitarbeit, Ihre Anregungen und Ihre Informationen. Wir werden der Politik immer wieder begreiflich machen, dass der dem Wohle seines Patienten verpflichtete, von übermäßigen staatlichen Regulierungen befreite niedergelassene Arzt die beste Garantie für eine am Patienten orientierte Behandlung ist.

In diesem Sinne grüße ich Sie ganz herzlich im Auftrag Ihres Landesvorstandes,

Ihr

Dipl.-Med. Mathias Coordt
Stellvertretender Vorsitzender der Landesgruppe Berlin/Brandenburg des NAV-Virchow-Bundes

Der NAV-Virchow-Bund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

NAV-Virchow-Bund
Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands e.V.
Landesgruppe Berlin/Brandenburg
Landesvorsitzende: Dr. Christiane Wessel
Markgrafenstraße 20
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Tel.: 030 / 61 43 04 0
E-Mail: info.berlin-brandenburg@nav-virchowbund.de

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