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DKG-Gutachten zur Notfallversorgung ist "dreist wie hilflos"

Berlin, 17. Februar 2015 - Hinsichtlich der Ergebnisse des „Gutachtens zur ambulanten Notfallversorgung im Krankenhaus“ und der Kommentierung durch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) entgegnet Dr. Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des NAV-Virchow-Bundes:

Dr. Heinrich: "Krankenhäuser wollen in anderen Sektoren wildern." (© Pietschmann)

„Die jüngste Forderung der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Krankenhäuser sollen die ambulante Notfallversorgung in Deutschland übernehmen, ist gleichermaßen dreist wie hilflos.

Dreist, weil die DKG selbst einräumt, dass sie dadurch nur ihre bestehenden finanziellen Defizite decken will und hilflos, weil sie sich mittlerweile nicht anders zu helfen vermag, als sich bei den Praxisärzten zu bedienen, nur weil sie selbst den längst überfälligen Strukturwandel verschlafen hat. Die deutschen Krankenhäuser leiden seit Jahren an Überkapazitäten und Bettenleerstand. Diesen Kostenblock und fehlende Investitionen aus den Ländern will sie durch Wilderei in anderen Sektoren ausgleichen.

Das ist nur allzu durchsichtig. Daher sollte die Politik schnellst möglich überprüfen, ob die im aktuell einstehenden Versorgungsstärkungsgesetz vorgesehene weitreichende ambulante Öffnung der Krankenhäuser nicht eine grobe Fehlentscheidung ist. Wer heute in die Notaufnahmen der Krankenhäuser blickt, sieht dort in erster Linie Warteschlangen und überfordertes Personal.

Dabei muss die Krankenhausgesellschaft drei Fragen beantworten: Wer soll die Mehrkosten bezahlen, denn der Notdienst auch im niedergelassenen Bereich ist bereits heute schon defizitär und auf niedrigem Niveau vergütet? Wie wollen die Krankenhäuser denn Hausbesuche im Notfall organisieren? Und wie soll der Qualitätsunterschied zwischen Facharztstandard im Krankenhaus und Facharztstatus bei niedergelassenen Ärzten ausgeglichen werden?

Praxisärzte und Versicherte dürfen jedenfalls nicht die Zeche dafür zahlen, dass die Krankenhäuser nicht wirtschaften können und ihre Strukturen nicht verändern wollen.“

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