Ausbau der ambulanten Weiterbildung

Die medizinische Versorgung hat sich in den vergangenen Jahren stetig vom stationären hin zum ambulanten Bereich verlagert. Gründe sind die medizinischen Möglichkeiten, der Wunsch der Patienten nach schneller Behandlung und Rückkehr in die vertraute Umgebung sowie das Ziel von Politik und Kostenträgern nach einer wirtschaftlicheren Versorgung.

Durch die Verkürzung der Liegezeiten in den Krankenhäusern werden viele diagnostische und therapeutische Leistungen in die niedergelassene Praxis verlagert. Deshalb sehen angehende Haus- und Fachärzte in Krankenhäusern zunehmend nur einen Ausschnitt des gesamten Behandlungsverlaufs. Große Teile der Weiterbildung zum Facharzt sind also in den Kliniken lückenhaft.

Die Weiterbildung von Ärzten zu Haus- oder Fachärzten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Weiterbildung muss zusätzlich zu der Arbeitsleistung, die ein Arzt in Weiterbildung leistet, finanziert werden. Damit können dann die zusätzlichen Zeiten, die durch Weiterbildung sowohl beim Weiterzubildenden als auch beim Weiterbilder entstehen abgebildet werden.

Im Krankenhaus kann das durch Zuschläge zur DRG geschehen. Im niedergelassenen Bereich ist beim Honorar der Vertragsärzte ein Betrag in angemessener Höhe zu berücksichtigen. Die von den Weiterzubildenden erwirtschafteten Leistungen sind bei der Honorarverteilung einzubeziehen. Ziel muss es sein, eine der erbrachten ärztlichen Leistung angemessene und langfristig gesicherte Vergütung für die Weiterbildung bereitzustellen. Diese Vergütung muss aber extrabudgetär zur Verfügung gestellt werden. Sie sollte so begrenzt werden, dass sowohl die Arbeitsleistung als auch die zusätzlichen Zeiten für Weiterbilder und Weiterzubildenden finanziert sind, aber daraus kein Geschäftsmodell entwickelt werden kann.

Der NAV-Virchow-Bund hat im Juli 2016 Eckpunkte zur Weiterentwicklung der ambulanten ärztlichen Weiterbildung und zum Ausbau von Fördermöglichkeiten festgelegt.

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