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Die Ergebnisse der Bundestagswahl 2017 aus gesundheitspolitischer Sicht

Helge Braun (© Deutscher Bundestag / Saskia E. M. Schmidt)
Sabine Dittmar (© Hoffotografen, Berlin)
Kirsten Kappert-Gonther (© Elisa Meyer)
Prof. Dr. Axel Gehrke
Rudolf Henke (© Tobias Koch)
Karl Lauterbach (© Deutscher Bundestag / Elke Schwalbach)
Ursula von der Leyen (© Presse- und Informationsamt der Bundesregierung)
Stephan Pilsinger
Prof. Andrew Ullmann

Diese Ärzte ziehen in den Bundestag

Dem 19. Deutschen Bundestag werden elf Ärzte angehören. Dabei gibt es einige Überraschungen:

Prof. Dr. Helge Braun, Arzt und Staatsminister bei der Bundeskanzlerin, gewann den Wahlkreis 173 (Gießen) mit 35,1 % direkt. Der unterlegene SPD-Kandidat kam auf 28,2 %.

Die Hausärztin Sabine Dittmar (SPD) schaffte den Wiedereinzug in das Parlament über Platz 10 der Landesliste Bayern.

Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, zieht über Listenplatz 1 der Landesliste Bremen für Bündnis90/Die Grünen ein.

Prof. Dr. Axel Gehrke (AfD), Facharzt für Innere Medizin, zieht über Listenplatz 2 (Schleswig-Holstein) in das Parlament ein.

Rudolf Henke (CDU), Internist und stellvertretender Vorsitzender des Gesundheitsausschusses, gewinnt den Wahlkreis 087 (Aachen I) knapp mit 33,7 % gegen die vormalige SPD-Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (32,5 %).

Mit einem aussichtlosen Listenplatz 58 in Nordrhein-Westfalen von vielen bereits abgeschrieben, meldet sich Prof. Dr. Karl Lauterbach (SPD), Universitätsprofessor und Arzt, eindrucksvoll zurück: Der Wahlkreis 101 (Leverkusen – Köln IV) geht mit 38,7 % an ihn. Sein CDU-Konkurrent konnte lediglich 30,8 % der Stimmen erzielen.

Dr. Ursula von der Leyen (CDU), Ärztin und Bundesverteidigungsministerin hat mit Listenplatz 1 der Landesliste Niedersachsen ein nahezu sicheres Mandat. Ihren Wahlkreis 042 (Stadt Hannover II) verlor sie mit 28,9 % gegen die ehemalige SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi (33,7 %).

Der Münchner Mediziner Stefan Pilsinger, CSU, (Facharzt für Innere Medizin) gewann mit 33,4 % den Wahlkreis 220 (München-West/Mitte).

Dr. Robby Schlund von der AfD (Orthopäde) erreichte mit Listenplatz 4 im Wahlkreis 194 (Gera-Greiz-Altenburger Land) den Einzug. 

Prof. Dr. Claudia Schmidtke (CDU), Fachärztin für Herzchirurgie, gewann mit 35,3 % der Stimmen den Wahlkreis 11 (Lübeck).

Prof. Dr. Andrew Ullmann (FDP), Universitätsprofessor und Facharzt für Innere Medizin, rutschte als Nummer 12 der Landesliste Bayern gerade noch in den Bundestag.

(Hinweis: Diese Auflistung beinhaltet keine Zahn- oder Tiermediziner. Trotz sorgfältiger Recherchen besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.)

Ergebnisse aus gesundheitspolitischer Sicht

Auch bei den bisher in der Gesundheitspolitik aktiven Abgeordneten viel Erwartbares, aber auch die eine oder andere Überraschung:

Der amtierende Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) gewinnt den Wahlkreis 108 (Neuss I) direkt mit 44,0 % der Stimmen. Seine parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz, ebenfalls von der CDU, hat im Wahlkreis 290 (Tübingen) 35,7 % der Erststimmen und folglich das Direktmandat geholt. Jens Spahn, vormaliger gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, amtierender Staatssekretär im Bundesfinanzministerium und CDU-Hoffnungsträger gewinnt in bewährter Manier den Wahlkreis 124 (Steinfurt I – Borken I) sicher und vereinigt 51,2 % der Erststimmen auf sich.

Bei der CDU kehren weitere in der Gesundheitspolitik bekannte Gesichter in den Bundestag zurück: Dr. Katja Leikert gewinnt den Wahlkreis 180 (Hanau) direkt mit 35,3 %. Karin Maag gelingt selbiges im Wahlkreis 259 (Stuttgart II) mit 33,5 %, ihr Kollege Michael Hennrich erzielt sogar 39,4 % im Wahlkreis 262 (Nürtingen). Der Rechtsanwalt Dietrich Monstadt gewinnt mit 32,1 % den Wahlkreis 12 (Schwerin – Ludwigslust-Parchim I – Nordwestmecklenburg I) direkt. Dr. Roy Kühne gewinnt den Wahlkreis 052 (Goslar – Northeim – Osterode) mit 39,8 %, Dr. Georg Kippels den Wahlkreis 091 (Rhein-Erft-Kreis I) mit 39,2 %, Tino Sorge den Wahlkreis 069 (Magdeburg) mit 27,4 % und Lothar Riebsamen den Wahlkreis 093 (Bodensee) mit 41,4 % der Erststimmen

Für die SPD schafft Prof. Dr. Edgar Franke, der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses in der abgelaufenen Legislatur, den Wiedereinzug in das Parlament mit 37,7 % der Erststimmen im Wahlkreis 170 (Schwalm-Eder). Die bisherige gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Hilde Mattheis, gelang über Platz 5 auf der Landesliste Baden-Württemberg der Wiedereinzug. Die Gesundheitspolitikerin Martina Stamm-Fibich zieht erneut über die Landesliste Bayern ein (Platz 14) und Bärbel Bas gewinnt mit 38,3 % den Wahlkreis 115 (Duisburg I). Große Enttäuschung hingegen für Mechthild Rawert (SPD): Nach drei Legislaturperioden im Deutschen Bundestag verpasste sie mit Listenplatz 5 auf der Landesliste Berlin den Einzug in den Bundestag und unterlag auch im direkten Vergleich im Wahlkreis 081 (Berlin-Tempelhof-Schöneberg) mit 22,0 % gegen den Rechtspolitiker Dr. Jan-Marco Luczak (CDU).

Für die CSU ziehen die aus gesundheitspolitischer Sicht bislang bedeutsamen Abgeordneten Dr. Georg Nüßlein, bislang für Gesundheit zuständiger stellvertretender Fraktionsvorsitzender (Wahlkreis 255: Neu-Ulm, 44,6 %) und der im Gesundheitsausschuss tätige CSU-Abgeordnete Stephan Stracke (Wahlkreis 257: Ostallgäu, 49,2 %) wieder in den Bundestag. Auch die bisherigen Mitglieder im Gesundheitsausschuss Erich Irlstorfer (Wahlkreis 214: Freising, 43,0 %) und Emmi Zeulner (Wahlkreis 240: Kulmbach, 55,4 %) schafften den Wiedereinzug.

Zudem gesundheitspolitisch interessant sind der Wiedereinzug der Gesundheitsausschussmitglieder von Bündnis 90/Die Grünen Kordula Schulz-Asche, (Landesliste Hessen, Listenplatz 3) und Maria Klein-Schmeink (Landesliste Nordrhein-Westfalen, Listenplatz 9).

Für die Linkspartei sind zwei bekannte Gesichter wiedergewählt: Kathrin Vogler über Platz 11 der Landesliste Nordrhein-Westfalen sowie der Krankenhausexperte Harald Weinberg, Platz 4 der Landesliste Bayern.