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Ärztemonitor 2018

Dr. Dirk Heinrich und Dr. Andreas Gassen präsentieren die Ergebnisse des Ärztemonitors 2018. (© KBV)
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Der vierte Ärztemonitor, die größte Ärztebefragung Deutschlands zeigt: Niedergelassener Arzt in Deutschland zu sein ist ein Beruf, der erfüllt und zufrieden macht – persönlich, aber auch wirtschaftlich. Aber die Rahmenbedingungen machen zu schaffen. Und Gewalt gegen Ärzte nimmt erschreckende Ausmaße an.

 

 

Gewalt gegen Ärzte

Erstmals fragte der Ärztemonitor Erfahrungen körperlicher und verbaler Gewalt im Praxisalltag ab. Die Zahlen erschrecken: Jeder vierte Arzt hatte bereits konkrete Erfahrungen mit körperlicher Gewalt. Fast 40 Prozent der Ärzte berichten über verbale Gewalt in den letzten 12 Monaten.

Statistisch gesehen kommt es täglich zu mindestens 75 Fällen von körperlicher Gewalt gegen niedergelassene Ärzte und ihre Praxisteams. Dabei trifft es Ärztinnen genauso häufig wie ihre männlichen Kollegen.

 

 

Zufriedenheit der Ärzte

90 Prozent der Ärzte sind mit ihrem Beruf zufrieden, 99 Prozent empfinden ihre Arbeit als nützlich und sinnvoll. Und das, obwohl sie die Rahmenbedingung als schwierig kritisieren. Immer noch arbeiten die niedergelassenen Ärzte über 51 Wochenstunden.

Die hohe Belastung wird auch durch überdurchschnittliche Einkommensmöglichkeiten ausgeglichen. Hausärzte haben seit 2016 aufgeholt und sind jetzt wie Fachärzte mit der wirtschaftlichen Situation zufrieden. Allerdings: Fachärzte in der wohnortnahen Grundversorgung liegen deutlich hinter den Durchschnittswerten:

  • Kinderärzte -11 %
  • HNO-Ärzte -12 %
  • Orthopäden -12 %
  • Chirurgen -14 %

 

 

MVZ und angestellte Ärzte

Immer mehr Ärzte starten als Angestellte in die Niederlassung – logischerweise mit kürzerer Arbeitszeit. In Einzelpraxen arbeiten 90 Prozent der Ärzte in Vollzeit, in MVZ sind es nur 50 Prozent. Dazu kommt, dass angestellte Ärzte pro Kopf weniger Patienten versorgen als selbstständige Kollegen. Allein mit MVZ und angestellten Ärzten kann die Versorgung nicht aufrechterhalten werden.

Mit durchschnittlich 8,2 Wochenstunden wenden Ärzte in MVZ über eine Stunde mehr auf für Verwaltungsarbeit als ein Arzt in einer Gemeinschaftspraxis. Die Mär von der bürokratiearmen Tätigkeit in MVZ stimmt also nicht.

 

 

Über den Ärztemonitor

Für die Befragung im Auftrag von KBV und NAV-Virchow-Bund hat das Meinungsforschungsinstitut infas rund 11.000 Telefoninterviews durchgeführt. Der Ärztemonitor ist die größte Erhebung unter niedergelassenen und angestellten ambulant tätigen Ärzten und Psychotherapeuten in Deutschland.

 

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Klaus Greppmeir
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