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Ärztemonitor 2014

Ärzte sind hoch engagiert – doch sie leiden zunehmend unter den Rahmenbedingungen

Dr. Heinrich bei der Vorstellung der Befragungsergebnisse (© pa-gesundheit.de)

Den Patienten helfen und für sie da sein: Das ist für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten der wichtigste Antrieb ihrer Arbeit. Doch zunehmend machen ihnen die schwierigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Das zeigt der Ärztemonitor 2014 von NAV-Virchow-Bund und KBV.

„Meine Arbeit macht mir Spaß“: 93 Prozent der niedergelassenen Hausärzte, 95 Prozent der Fachärzte und 99 Prozent der Psychotherapeuten stimmen dieser Aussage zu. Mehr als 8 von 10 Ärzten und Psychotherapeuten würden ihren Beruf erneut ergreifen und fast 100 Prozent empfinden ihre Arbeit als nützlich.

Aber auch 39 Prozent der Praxisärzte sind unzufrieden mit ihrer wirtschaftlichen Situation. 46 Prozent beklagen eine fehlende finanzielle Planungssicherheit. Obwohl niedergelassene Ärzte das Rückgrat der ambulanten Versorgung sind, fühlen sie sich im Stich gelassen. Bei täglich 45 behandelten Patienten und einer persönlichen Arbeitsbelastung von durchschnittlich 54 Arbeitsstunden, fehlt 66 Prozent der Befragten ausreichend Zeit für den Patienten. 67 Prozent der Praxisärzte wünschen sich, ihre Arbeitszeit zu reduzieren.

Jeder vierte Haus- und Facharzt plant, in den kommenden fünf Jahren die Praxis abzugeben. Viele finden aber keinen Nachfolger. Auch deswegen sagen rund 75 Prozent, dass die Praxis ihre Funktion als Altersvorsorge verloren hat. Der KBV-Chef stellte dazu fest: „Das ist ein Skandal. Es darf nicht sein, dass eine freie Berufsgruppe, die erst in eine sehr lange Ausbildung, dann in Aufbau und Unterhalt einer Praxis investiert, die Arbeitsplätze sichert und die eine extrem wichtige Rolle in der Gesellschaft spielt, am Ende ihres Arbeitslebens nicht abgesichert ist.“

 

Wirtschaftliche Situation bei Fachärzten der Grundversorgung ein großes Problem

Zwei wichtige Ergebnisse des Ärztemonitors 2014 waren die hohe Zufriedenheit mit dem Beruf als Arzt sowie die hohe Unzufriedenheit mit den Rahmenbedingungen, unter denen die Mediziner arbeiten müssen. Um den Unzufriedenen auf den Grund zu gehen, hat das Meinungsforschungsinstitut infas im eine Detailauswertung zur Verteilung der Unzufriedenheit gemacht. Das Ergebnis: Fachärzte in der Grundversorgung sind weit überdurchschnittlich unzufrieden mit der wirtschaftlichen Situation und sehen Nachholbedarf beim Einkommen (39 Prozent). Weit über diesem Wert liegen Chirurgen und Orthopäden (55%), HNO-Ärzte (51%) und Urologen (48%).

Dieses Ergebnis zeigt, dass Fachärzte mit vielen Fällen in der Grundversorgung ernste wirtschaftliche Probleme haben. Die generellen Zufriedenheitswerte des Ärztemonitors 2014 sollten nicht darüber hinwegtäuschen.

82 Prozent der Hausärzte haben Probleme, einen Nachfolger zu finden, gefolgt von Kinderärzten (73%), Augenärzten (67%) sowie Orthopäden und Chirurgen (65%). Um junge Mediziner für die Niederlassung zu begeistern, müssen vor allem bei den Grundversorgern die Bedingungen deutlich verbessert werden.

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