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Ärztemonitor 2012

Ärzte wünschen sich mehr Zeit für ihre Patienten

Der NAV-Virchow-Bund und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben die Ergebnisse der großen repräsentativen Ärztebefragung vorgestellt. Das Institut für angewandte Sozialwissenschaften infas interviewte für den Ärztemonitor 2012 telefonisch rund 11.000 niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten.

Der Ärztemonitor 2012 zeigte, dass trotz einer starken Arbeitsbelastung insgesamt eine hohe Arbeitszufriedenheit herrscht. Im Schnitt arbeiten Haus- und Fachärzte über 55 Stunden in der Woche. Dabei behandeln Fachärzte mehr als 40 Patienten am Tag, Hausärzte sogar mehr als 50.

Der Aussage „Meine Arbeit macht mir Spaß“ stimmen 53 Prozent der Befragten „voll und ganz“ und 40 Prozent „eher“ zu. Nur 6 Prozent stimmen „eher nicht“, 1 Prozent stimmt „ganz und gar nicht“ zu. „Ausgebrannt“ fühlen sich dagegen 9 Prozent „voll und ganz“, 20 Prozent stimmen dem „eher zu“. 42 Prozent sagen, sie seien „eher nicht“ ausgebrannt, bzw. 28 Prozent „ganz und gar nicht“.

Zwei von drei Ärzten gaben beim Ärztemonitor 2012 an, sie hätten nicht ausreichend Zeit für ihre Patienten. Von den durchschnittlich 55 Stunden Wochenarbeitszeit entfällt bei den Hausärzten etwas über die Hälfte der Zeit, nämlich 60 Prozent, auf Patientensprechstunden. Die Fachärzte können 62 Prozent direkt den Patienten widmen. Beruf und Privatleben sieht die Mehrzahl als nicht oder nur eingeschränkt vereinbar.

Die Verwaltungsarbeit macht den zweitgrößten Anteil an der Gesamtarbeitszeit aus. Ärzte brauchen wieder Freiräume, um für ihre Patienten da sein zu können. Das Motto muss lauten: versorgen statt verwalten.

43 Prozent der Ärzte sind unzufrieden mit dem Einkommen. Der NAV-Virchow-Bund fordert daher: weg von den hohen Fallzahlen in den Praxen und stattdessen Kooperationen und Ärztenetze fördern. 2012 arbeiten schon über ein Viertel der niedergelassenen Haus- und Fachärzte (26 Prozent bzw. 27 Prozent) in vernetzten Strukturen. Von den noch nicht vernetzten Ärzten kann sich mehr als die Hälfte vorstellen, sich in der Zukunft einem Ärztenetz anzuschließen.

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