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Aktuelles

Aut-idem nicht akzeptieren! Appell des Bundesvorsitzenden, Dr. Maximilian Zollner, an den Bundesrat

Köln, 19. Februar 2002 - Sehr geehrte Damen und Herren, das von der Koalition eingebrachte Arzneimittelausgaben-Begrenzungsgesetz (Drucksache 14/7144) hat der Bundestag am 14. Dezember 2001 gegen die Stimmen von CDU/CSU und FDP bei Enthaltung der PDS in geänderter Fassung verabschiedet.

Nunmehr soll der Ersatz durch einen gleichen Wirkstoff (Aut-idem) zur Regel werden, wenn ein Arzt ein Arzneimittel verordnet hat, das nicht im unteren Preisdrittel zu finden ist.

Auch wenn der verordnende Arzt die Möglichkeit hat, die Aut-idem-Regelung auszuschließen, macht der NAV-Virchow-Bund, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, erhebliche Bedenken geltend: Das Recht des Apothekers, ein anderes Arzneimittel als das verschriebene auswählen zu können, bedeutet die Vernichtung der Therapiefreiheit und gefährdet die Bereitschaft des Patienten, die therapeutischen Empfehlungen des Arztes zu befolgen (Compliance) , wenn insbesondere Dauerpatienten (vorwiegend ältere Menschen) bei jeder neuen Verordnung des Arztes vom Apotheker ein anders aussehendes Medikament erhalten.

Der Heilungserfolg wird damit in Frage gestellt. Der Arzt kann darüber hinaus keine Verantwortung mehr übernehmen; denn nicht nur die Substitution, sondern auch die Zubereitung, Hilfsstoffe und Bioverfügbarkeit entscheiden über die Verträglichkeit des Medikaments. Aber nur der Arzt ist in der Lage, auf Grund seiner Kenntnisse über den Patienten und über das Arzneimittel zu entscheiden, ob auf ein anderes Präparat umgestellt werden kann. Neben den möglichen schwerwiegenden Folgen für Patienten geben wir darüber hinaus zu bedenken, dass der Arzt auch die Verantwortung für das Wirtschaftlichkeitsgebot nicht mehr übernehmen kann, wenn er nicht mehr über die Auswahl des konkreten Arzneimittels entscheidet. Ungeachtet der durch eine Aut-idem-Regelung zu erwartenden unternehmerischen und wirtschaftlichen Irritationen bei der pharmazeutischen Industrie haben wir begründete Zweifel, dass die sehr unterschiedlich prognostizierten Einsparvolumina überhaupt eintreten. Wir appellieren daher an Sie, diese Bestimmung ersatzlos abzulehnen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Maximilian Zollner

Der NAV-Virchow-Bund ist der einzige freie ärztliche Verband, der ausschließlich die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete vertritt.

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