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Allianz der Heilberufe warnt vor Angriffen auf die Freiberuflichkeit bei Gesundheitsberufen

Berlin, 21. Oktober 2013 - Ärzte, Zahnärzte und Apotheker setzen sich gemeinsam für den Erhalt der Freiberuflichkeit ein und warnen vor den Folgen, die eine Demontage der betroffenen Gesundheitsberufe für die Patienten hätte. Hintergrund sind sowohl die Pläne zur Einführung einer Bürgerversicherung als auch die Forderung der Europäischen Kommission das Berufsrecht bei Freien Berufen zu überprüfen und gegebenenfalls abzuschaffen.

Für die Freiheit der Berufsausübung - Ärzte, Zahnärzte und Apotheker warnen vor Demotage der Gesundheitsberufe (© lightpoet - Fotolia.com)

„Noch gibt es in Deutschland eine gute ambulante Versorgung. Menschen hierzulande haben eine freie Arztwahl und die niedergelassenen Mediziner können selbstständig mit den Patienten die Therapiewahl treffen. Diese hohe Qualität der Medizin, die es in vielen anderen Staaten Europas und der Welt nicht gibt, steht jetzt auch in Deutschland auf dem Spiel. Die Einführung einer Bürgerversicherung würde dazu führen, dass viele Ärzte ihre Praxen aufgeben müssten. Lange Wartezeiten und große Entfernungen wären die unmittelbaren Folgen für die Patienten“, warnt Dr. Dirk Heinrich, Sprecher der Allianz der Heilberufe.

„Die Forderung der Europäischen Kommission, das Berufsrecht der Gesundheitsberufe zu überprüfen oder abzuschaffen, ist auch ein Angriff auf die Qualität der pharmazeutischen Beratung durch gut ausgebildete Apotheker in Deutschland. Gerade ältere Menschen, die oft viele Medikamente benötigen, profitieren von der individuellen Beratung in der Apotheke. Discounter, die auch Medikamente verkaufen, könnten das nicht leisten. Wegen vermeintlicher Einsparungen würden Strukturen zerstört, die in einer älter werdenden Gesellschaft mittel- und langfristig dringend gebraucht werden“, kritisiert Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) und stellvertretender Sprecher der Allianz der Heilberufe.

Eine Million Beschäftigte bei Ärzten, Zahnärzten und Apothekern – gemeinsames Vorgehen vereinbart

In Deutschland gibt es etwa 120.000 niedergelassene Ärztinnen- und Ärzte, 60.000 niedergelassene Zahnärztinnen-und Ärzte und 60.000 Apothekerinnen und Apotheker. In den Arzt- und Zahnarztpraxen sind mehr als 650.000 Medizinische Fachangestellte (MFA) beschäftigt und in den mehr als 20.000 Apotheken arbeiten rund 56.000 Pharmazeutische-technische Assistenten (PTA) und 29.000 Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA). Der Verband der niedergelassenen Ärzte (NAV-Virchow-Bund), der Spitzenverband der Fachärzte Deutschlands (SpiFa), der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ), der Deutsche Apothekerverband (DAV) und der Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstellen (PVS) haben im Sommer die Allianz der Heilberufe gegründet. Auch der Verband der Medizinischen Fachberufe (VMF) unterstützt das Bündnis. Ziel dieser neuen Organisation ist es, die Rahmenbedingungen zu erhalten und auszubauen, unter denen die Freiberuflichkeit der Gesundheitsberufe auch für die Zukunft gesichert werden kann.

„Dazu gehören die Aufrechterhaltung des dualen Gesundheitssystems genauso wie eine dringend notwendige Reform der Gebührenordnung für Ärzte. Für ärztliche Leistungen sollten feste Preise gelten, so wie das in anderen Berufen selbstverständlich ist“, erläutert Heinrich einige der wichtigen Eckpunkte für die Ärzteschaft. „Der bürokratische Aufwand in Apotheken ist in den letzten Jahren dramatisch angestiegen. Rabattverträge z.B. für Impfstoffe müssen abgeschafft werden. Die Impfbereitschaft in der Bevölkerung steigt nicht, wenn diese wichtigen Arzneimittel durch Lieferprobleme knapp werden – im Gegenteil. Wir Apotheker investieren viel in das Medikamentenmanagement unserer Kunden. Dazu gehört eine qualifizierte Beratung. Zusätzliche Dienstleistungen in diesem Bereich sollten sich auch in unserer Vergütung abbilden“, fordert Becker für die Apotheker. „Das gute Gesundheitssystem in Deutschland wird von vielen Seiten bedroht – daher werden wir zukünftig auch ein gemeinsames Vorgehen abstimmen, sollte die flächendeckende Versorgung unsere Patienten und Kunden gefährdet sein“, kündigen die beiden Sprecher an.

Internet: www.allianz-der-heilberufe.de

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