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Ärzte und Psychotherapeuten kümmern sich um ihre Patienten – doch die Ressourcen sind begrenzt

18. Oktober 2018 - Zum vierten Mal hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) zusammen mit dem NAV-Virchow-Bund rund 11.000 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten zu ihrem Beruf befragt. Die Ergebnisse zeigen: Die Niedergelassenen sind echte „Kümmerer“ und engagieren sich gerne für ihre Patienten. Aber: Die Rahmenbedingungen machen ihnen zu schaffen.

Dr. Dirk Heinrich und Dr. Andreas Gassen präsentieren die Ergebnisse des Ärztemonitors 2018. (© KBV)

„Die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen engagieren sich enorm für ihre Patienten. Die Berufszufriedenheit ist hoch, der tägliche Einsatz groß. Immer noch arbeiten die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen über 51 Wochenstunden. Diese hohe Zahl machen die in eigener Praxis selbstständigen Mediziner möglich. Doch der Wandel zeigt sich deutlich: Immer mehr Ärzte starten als Angestellte in den Beruf – mit großem Engagement, doch logischerweise mit arbeitsvertraglich definierter weniger Arbeitszeit. Gleichzeitig spielen gesellschaftliche Entwicklungen wie eine vernünftige Balance von Familie und Beruf eine immer wichtigere Rolle. Kurzum: Jeder, der die Ärzte zu immer noch mehr Arbeit zwingen will, muss wissen: Die Ressourcen sind begrenzt! Politischer Zwang und Eingriffe in Praxisabläufe verbessern Versorgung nicht, sondern schrecken den medizinischen Nachwuchs ab“, stellte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, heute klar.

„Die ärztliche Freiberuflichkeit und Selbstständigkeit sind das eine zentrale Element der Leistungsfähigkeit des ambulanten Bereiches. Dass der Arzt nur dem Patienten verpflichtet und nicht von Weisungen Dritter abhänig ist, ist eine der Säulen unseres Gesundheitssystems. Hieraus erklären sich die hohen Zufriendheitswerte“, erklärte Dr. Dirk Heinrich für den NAV-Virchow-Bund.

Doch immer mehr Ärzte sind angestellt. Viele von ihnen wünschen sich eine bessere Work-Life-Balance und arbeiten deshalb in Teilzeit. Das bedeutet: Wenn diese Entwicklung weiter geht, werden wir zusätzlich zum Ärztemangel auch ein Mangel an verfügbarer Arbeitszeit für Patienten haben. Jede Minute kann nur einmal aufgewendet werden“, führte Gassen aus.

Unabhängig vom Trend zu Anstellung müsse jedoch alles unternommen werden, um die Niederlassung in Selbständigkeit zu fördern, erklärt Dr. Heinrich. „Dazu ist es jedoch erforderlich, die Rahmenbedingungen weiter verbessert werden. Ein erster Schritt ist die Beendigung der unseligen Budgetierung“, so der Bundesvorsitzende des Verbands der niedergelassenen Ärzte.

Die Meinungsforscher fragten die Ärzte und Psychotherapeuten auch nach ihren persönlichen Erfahrungen mit körperlicher oder verbaler Gewalt im Praxisalltag. Jeder vierte Arzt gab an, schon einmal körperlich angegriffen oder physisch bedroht worden zu sein. Fast 40 Prozent der Ärzte berichten zudem über verbale Gewalt in den letzten 12 Monaten.

Für die Befragung im Auftrag von KBV und NAV-Virchow-Bund hat das Meinungsforschungsinstitut infas rund 11.000 Telefoninterviews durchgeführt. Der Ärztemonitor ist die größte Erhebung unter niedergelassenen und angestellten ambulant tätigen Ärzten und Psychotherapeuten in Deutschland.

Obwohl sie die Rahmenbedingung als schwierig kritisieren, sind 90 Prozent der Ärzte und 97 Prozent der Psychotherapeuten mit ihrem Beruf als solchem zufrieden, 99 Prozent der Befragten beider Gruppen finden zudem ihre Arbeit nützlich und sinnvoll.

 


 

Die Tabellenbände mit allen Ergebnissen (Haus- und Fachärzte, Facharztgruppen, Psychotherapeuten) sowie die Präsentation von infas zur Pressekonferenz stehen unten zum Download zur Verfügung.

 


 

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