Landesgruppe Nordrhein fordert Stopp der Geldverschwendung beim eGK-Projekt
zurück zur vorherigen SeiteDüsseldorf, 20. Mai 2011 -
„Es wird höchste Zeit, die massive Geldverschwendung bei der elektronischen Gesundheitskarte zu beenden“, fordert Dr. Lutz Kindt, Mitglied des Vorstandes der Landesgruppe Nordrhein im NAV-Virchow-Bund. Es existierten bereits heute alternative Systeme, die um ein Vielfaches preiswerter angeboten werden könnten. „Wir haben hier sehr konkrete Informationen über geeignetere Konzeptionen“, so Dr. Kindt.
Dabei könne der notwendige Konnektor einschließlich des Adapters für eine Smartcard für nicht mehr als 100 Euro zur Verfügung gestellt werden, betont der nordrheinische Landesvorstand. Im Vergleich zu den aktuellen Plänen bedeute dies immense Kosteneinsparungen. Dr. Kindt: „Kommt es zur Umsetzung der aktuellen Konzeption, müssten die Krankenkassen einen Zuschuss von 850 Euro je Arzt leisten. Das sind absolut vermeidbare Mehrbelastungen, die an anderer Stelle, beispielsweise zur Sicherung der ärztlichen Versorgung auf dem Land, dringend gebraucht werden.“ Außerdem gingen Experten davon aus, dass es binnen drei bis vier Jahren aufgrund der technischen Weiterentwicklung notwendig sei, in den Arztpraxen neue Geräte zu installieren, gibt Dr. Kindt zu Bedenken. Die Landesgruppe Nordrhein fordere daher, den Umstieg auf ein preisgünstigeres, dezentrales System, bei dem die Patienten die alleinige Kontrolle über ihre Daten hätten, umgehend einzuleiten. „Es ist nur vernünftig, endlich auf die Bremse zu treten und die eCard zugunsten der Datensicherheit und Kosten-Nutzen-Relation zu beerdigen“, appelliert Dr. Kindt.
In den vergangenen sieben Jahren wurden die zu erwartenden Kosten der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte immer wieder zum Teil drastisch erhöht. Während die damalige Bundesgesundheitsministerin, Ulla Schmidt, bei der Vorstellung des Projekts 2004 noch von 700 Millionen Euro ausgegangen war, stieg die Kostenprognose der Entwicklungsgesellschaft gematik im Jahr 2009 laut Medienberichten auf mehrere Milliarden Euro an.
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