Die Praxis bei der Durchführung des DMP-Diabetes hat die Befürchtungen, die der NAV-Virchow-Bund vor der gesetzlichen Einführung der Chronikerprogamme geäußert hat, aufs Schlimmste bestätigt. Sie sind ein unnützes, bürokratisches Programm zur Vernichtung der Versichertenbeiträge, ohne dass den Teilnehmern an den DMP ein entsprechender Nutzen gegenübersteht. Außerdem sind es Zeitdiebe für Arzt und Patient. Die Patienten würden deutlich besser behandelt werden, wenn man sie – wie üblich – nach den nationalen und internationalen Leitlinien therapieren würde. Durch die Kopplung an den Risikostrukturausgleich erhalten Krankenkassen derzeit pro DMP-Teilnehmer rund 5.000 Euro. Dies führt zu einem teils absurd geführten Wettbewerb um einzelne Teilnehmer und damit zu Fehlsteuerungen im System. Zum einen wird durch den Erlass von Praxisgebühren in einigen Programmen die Steuerungsfunktion der Praxisgebühr wieder außer Kraft gesetzt. Durch den Mitnahmeeffekt der eingesparten Praxisgebühr werden zahlreiche Patienten zur Teilnahme verführt, die eigentlich nicht in Behandlungsprogramme gehörten, wie beispielsweise gut eingestellte Diabetiker. Standardisierte Behandlung darf nicht zum Massengeschäft werden!