Die anwachsende Bürokratie hat jetzt auch alle Bereiche der ärztlichen Tätigkeit erfasst und behindert sie in unerträglichem Maße. Nicht nur der aufgezwungene Einsatz von Zeit und Geld für häufig unsinnige Arbeiten drohen die originären Aufgaben von Arzt und Ärztin massiv zu behindern.
Dies zeigt sich z. B. in besonderem Maße bei den bestehenden DMPs, bei Anträgen und Anfragen der KK, die zeitraubend von der eigentlichen Versorgung der Patienten abhalten. Gleiches ist für in Planung befindliche DMPs zu erwarten.
Der NAV-Virchow-Bund bittet auch Ärztekammern und Kassenärztliche Vereinigungen, sich verstärkt für eine Entbürokratisierung im Gesundheitswesen einzusetzen.
Selbstverständlich hat der Arzt Wichtiges exakt zu dokumentieren und Wirtschaftlichkeitsgebote zu achten, doch muss „Verwaltung“ immer sekundär bleiben, darf die ärztlichen Tätigkeitsmerkmale nicht deformieren, nicht zur sittenwidrigen Lenkung und Ab-hängigkeit führen, und nicht willkürlich eingesetzt werden.
Der NAV-Virchow-Bund, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, fordert deshalb zum Kampf gegen die zunehmende Bürokratisierung in den Arztpraxen eindringlich auf. Die verwaltungstechnischen Anforderungen sind massiv zu reduzieren.
Der NAV-Virchow-Bund verlangt vom Gesetzgeber, alle verwaltungstechnischen Arbeiten von Anfang an zu so bedenken, dass das Ziel der Minimierung bürokratischen Aufwands an oberster Stelle steht und das eigentliche Berufsbild des Arztes besser berücksichtigt wird.