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Mehr InformationenÖffnung der Hochschulambulanzen: kontraproduktiv, teuer und von vorgestern
zurück zur vorherigen SeiteBerlin, 03. Juli 2012 - Als „völlig kontraproduktiv und als Idee von vorgestern“ bezeichnet der Bundesvorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, Dr. Dirk Heinrich, die Forderung der Universitäten und Universitätskliniken, den Überweisungsvorbehalt für Hochschulambulanzen zu kippen und die Polikliniken an den Unis für die ambulante Versorgung vollständig zu öffnen.
Der Verband der Universitätsklinika, der Medizinische Fakultätentag und die Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlich-medizinischer Fachgesellschaften forderten die Abschaffung des Überweisungsvorbehaltes, die generelle Öffnung der Ambulanzen und warnten vor negativen Folgen für die Forschung, wenn in Hochschulambulanzen nur noch „komplizierte“ Patienten kommen würden.
„Es ist weder sinnvoll noch wirtschaftlich, die teuren und hoch spezialisierten Universitätskliniken für die ambulante Versorgung zu öffnen, nur um Lehre und Weiterbildung durch die Fakultäten sicherzustellen. Im Gegenteil, es müssen kooperative Strukturen mit dem ambulanten Bereich statt Parallelstrukturen aufgebaut werden", so der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes.
Das Argument, dass bestimmte Ausbildungsinhalte der Medizin an den Hochschulkliniken anders kaum mehr vermittelt werden könnten, verfängt laut Dr. Heinrich nicht: „Gerade die Versorgung in den Bereichen Endokrinologie und Diabetologie findet eben ambulant und wohnortnah in den Praxen niedergelassener Ärzte statt. Die Lösung lautet Vernetzung zwischen Universitätskliniken und Praxen. Jetzt den Schritt zu gehen, die Unikliniken zu öffnen und Versorgung beispielsweise für diese speziellen Bereiche zu zentralisieren ist ein Rückschritt und bedient Vorstellungen von vorgestern. Stattdessen liegt die Zukunft der Aus- und Weiterbildung im Verbund mit den Fachpraxen, also dort, wo die Patienten behandelt werden und wo die ärztliche Kompetenz für viele rein ambulant Behandelbare zu finden ist. Auf diese Kompetenz zu verzichten wäre ein schwerer Fehler – gerade für Forschung und Lehre.“
Ein weiteres komme hinzu. Wenn nun die Hochschulambulanzen ohne Überweisungsvorbehalt geöffnet würden, führe dies zu einer ungeordneten Inanspruchnahme, einer Zunahme von Doppeluntersuchungen und eine unkoordinierte Medikamentenversorgung bei Patienten. „Das wird teuer und schadet letztendlich dem Patienten mehr als dass es nützt“, so Dr. Heinrich.
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