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Ärztemonitor 2016

Patienten versorgen stiftet hohe Zufriedenheit – schwierige Rahmenbedingungen schlauchen aber

Dr. Dirk Heinrich und Dr. Andreas Gassen präsentieren die Ergebnisse des Ärztemonitors 2016. (© Sarah Weckerling)

Zum dritten Mal seit 2012 haben der Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands (NAV-Virchow-Bund) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) den Ärztemonitor in Auftrag gegeben. Rund 11.000 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten befragte das Institut für angewandte Sozialwissenschaft (infas) zu Themen rund um die Praxis. Der Ärztemonitor ist die größte Befragung von Ärzten und Psychotherapeuten in Deutschland.

„Die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen engagieren sich Tag für Tag unter schwierigen Rahmenbedingungen für ihre Patienten“, erklärte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV. „Es ist bemerkenswert, dass die Zufriedenheitswerte mit der eigenen Arbeit seit der ersten Befragung im Jahr 2012 unverändert hoch ausgefallen sind. Das zeigt, dass die ärztliche und psychotherapeutische Arbeit mit den Patienten sehr motiviert. Ich interpretiere dieses Ergebnis aber auch dahingehend, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen sich sehr dafür einsetzen, dass die Ärzte und Psychotherapeuten möglichst das tun, was sie am besten können: die Patienten versorgen. Mir ist natürlich bewusst, dass dies nicht immer klappt“, führte der KBV-Chef aus.

Auch in diesem Jahr geben 95 Prozent der Haus- und Fachärzte sowie 98 Prozent der Psychotherapeuten in Deutschland an, Spaß an ihrem Beruf zu haben. Bei einer durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von 52,2 Stunden und 44,6 Patienten am Tag fühlen sich allerdings 30 Prozent der befragten Haus- und Fachärzte durch ihre Arbeit ausgebrannt

Die Befragung belegt darüber hinaus, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Arztpraxen seit 2012 stetig verbessert haben. Die Zufriedenheit mit dem Einkommen wuchs von 57 auf 67 Prozent. Mit der wirtschaftlichen Situation der Praxis sind heute 68 Prozent zufrieden. 2012 waren es noch 60 Prozent. Dennoch gibt es Grund zur Sorge, verdeutlichte Dr. Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des NAV-Virchow-Bundes: „Der Anstieg bei den Zufriedenheitswerten verläuft nicht für alle Fachgruppen gleich. Während die Hausärzte seit 2012 ein erfreuliches Plus verzeichnen konnten, halten insbesondere die grundversorgenden Fachärzte bei dieser Entwicklung nicht Schritt. Das darf angesichts des zunehmenden Ärztemangels gerade in den ländlichen Regionen nicht zum Dauerzustand werden“, warnte der NAV-Vorsitzende.

Herausforderungen sehen viele Niedergelassene in der Nachbesetzung ihrer Praxen: Ein Viertel der Befragten möchte aus Altersgründen in den kommenden fünf Jahren in den Ruhestand gehen. Mit der aktiven Suche nach einem Nachfolger haben 56 Prozent von ihnen bereits begonnen – davon wiederum waren 43 Prozent erfolgreich, 54 Prozent suchen jedoch noch.

Der Ärztemonitor geht auch auf weitere Trends im Gesundheitswesen ein: So werden sich telemedizinische Anwendungsmöglichkeiten laut Ärztemonitor in den nächsten Jahren stark verbreiten. So glauben 64 Prozent der Befragten, dass die Telemedizin in fünf Jahren einen festen Bestandteil im Praxisalltag haben wird. Aktuell nutzen bereits 12 Prozent telemedizinische Anwendungen.

 

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